Böllerschützen

Die Tradition des Böllerschießens ist bis zurück ins 14. Jahrhundert belegt.

Ursprünglich dazu gedacht, böse Geister zu vertreiben und um neu anbrechende Zeiten mit guten Vorzeichen zu beginnen, wird nicht nur an besonderen Festtagen wie Taufen, Hochzeiten, Geburtstagen, Ostern oder am Neujahrsfest geschossen, sondern auch Ehrensalut, an Schützenfesten, Prozessionen, Segnungen, aber auch zu Beerdigungen sowie — mehrheitlich im süddeutschen Raum — am Volkstrauertag zu Ehren und im Gedenken an die Opfer und Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs.

Fast so alt wie die Tradition selbst sind auch die Anekdoten, die sich um sie ranken, etwa das berühmte „Hornberger Schießen“.

[Seit wann gibt es das Böllerschießen im PSSB?]

Böllerschützen sind zumeist als Abteilungen in bestehenden Schützen- bzw. Brauchtumspflegevereinen, aber auch als eigene Vereine organisiert und treten üblicherweise in Tracht oder historischen Uniformen auf.

Als Böllergeräte finden Handböller, Schaftböller, Standböller, Mörser, Vorderlader- und Hinterladerkanonen Verwendung, aber auch Höhenböller, die mithilfe von Abschussrampen in den Himmel befördert werden. Die Kaliberzahlen sind je nach Böllergerät unterschiedlich und reichen von 12mm bis 24mm bei Handböllern, 18mm bis 40mm bei Schaftböllern bis hin zu 20mm bis 80mm bei Standböllern und Kanonen. Dabei wird eine je nach Gerät und Kaliber vorgeschriebene Menge Böllerpulver mit einer Korkvorlage verdämmt und mithilfe von Zündhütchen oder elektronischen Zündmitteln ausgelöst. Da hierbei mit Explosivstoffen umgegangen wird, ist für das Böllerschießen eine Erlaubnis nach §27 SprengG erforderlich.

Böllergeräte sind keine Waffen im Sinne des Waffenrechts, da aus ihnen keine Projektile verschossen werden, sondern ihr einziger Zweck in der Erzeugung eines Knalls besteht. Sie werden daher als „Geräte“ bezeichnet, gleichwohl dürfen sie erst nach erfolgreichem Beschuss verwendet werden, der alle 5 Jahre wiederholt werden muss. In Abgrenzung zum Sportschießen bezeichnet man die Ausübenden dieses Brauchtums als „Böllerschützen“.

[Gibt es eine Böllerschützenordnung im PSSB?]

Die Böllerschützen im Pfälzischen Sportschützenbund umfassen zurzeit 16 Vereine mit aktiven Böllergruppen bzw. -Abteilungen.

Böllerschützen Burg Nanstein Landstuhl
Böllerschützen St.Hubertus Bruchmühlbach
Böllerschützen St.Hubertus Bann
Böllerschützen Hohenecken
Böllerschützen Queidersbach
Böllerschützen vom Donnersberg
Böllerschützen Schallodenbach
Böllerschützen SSV Otterstadt
Böllerschützen von Burg Lichtenberg
Böllerschützen SV Weidental
Böllerschützen KBS Rohrbach
Böllerschützen Kleinsteinhausen
Böllerschützen Historische Barbarossa
Böllerschützen SV Diana e.V. Breitenbach
Böllerschützen Original Hasslocher
Böllerfreunde Naheland
Böllerschützen Langenlonsheim
Böllerabteilung der SG Frankenthal e.V. 1582

 

 

Ansprechpartner
Frank Laub
Oberböllerkommandant im PSSB