YOG- und WM & EM Qualifikation 2017

Vom 24. bis 28. Mai 2017 fanden im Schießsportzentrum Suhl mehrere Qualifikationen im Sportschießen statt. Für die Junioren galt es sich für folgende Wettbewerbe zu qualifizieren:
– die Weltmeisterschaften in den Disziplinen Luftgewehr und KK im Sportschießen der Junioren Ende Juni in Suhl
– die KK Europameisterschaften Ende Juli in Baku Aserbaidschan
und nicht zuletzt
– für die Jugendolympiade in der Disziplin Luftgewehr im Oktober 2018 in Argentinien.
Der Pfälzische Sportschützenbund PSSB war mit den Juniorinnen Michelle Hauck und Hannah Steffen bei den einzelnen Qualifikationen vertreten. Michelle hatte sich aufgrund ihres starken Luftgewehr Ergebnisses bei der ISAS in Dortmund für das Ausscheidungsschießen für die Jugendolympiade empfohlen. Hannah startete bei der WM & EM Qualifikation. Für die WM & EM Qualifikation wurden insgesamt jeweils drei Programme in der Disziplin Luftgewehr und KK 3×20 geschossen inkl. Finale. In der Disziplin KK Liegend gab es ‚nur‘ zwei Programme. Für alle drei Disziplinen galt, das die erzielten Ergebnisse auf der ISCH in Hannover als 1. Wettkampfergebnis in die Qualifikationen einfloss. In Suhl wurden dann noch zwei Luftgewehr, zwei KK 3×20 und ein KK Liegend Wettkampf geschossen. Alle Ergebnisse wurden dann addiert und für eine Finalteilnahme wurden, abhängig von der Platzierung, zusätzliche Ringe vergeben. Platz 1 bekam vier Ringe, der 2. Platz drei, der 3. Platz zwei und der 4. Platz einen Ring gut geschrieben. Das galt aber nur für die WM & EM Qualifikation und war am Ende für Hannah von entscheidender Bedeutung. Für die Qualifizierung zur Jugendolympiade im Oktober 2018 in Argentinien wurden ‚nur‘ die Jahrgänge 2000, 2001 und 2002 zugelassen. Um an diesem Quotenplatzturnier teilzunehmen mussten die Teilnehmerinnen an einem internationalen Turnier mindestens 408,7 Ringe mit dem Luftgewehr erzielen. Erst dann bestand die Möglichkeit der Nominierung. Michelle hatte bei der ISAS in Dortmund 409,3 Ringe erzielt und sich damit für das Qualifikationsturnier für die Jugendolympiade empfohlen. Am Dienstag, den 23. Mai ging es nach Suhl. Der leitende Trainer Alois Straßer nahm Michelle mit und Hannah fuhr mit dem Gewehrtrainer Rüdiger Wirtz. Für Mittwoch und Donnerstag war Luftgewehr angesetzt. Freitag bis Sonntag waren die KK Disziplinen für die WM & EM Qualifikation angesetzt. Am Mittwochmorgen um 11 Uhr startete man mit dem Luftgewehr. Michelles Zielsetzung war es sich auf ihre Technik und das Absetzen zu konzentrieren. Das funktionierte ganz hervorragend und nachdem Michelle ihren Rhythmus gefunden hatte zog sie ihren Wettkampf zügig durch und beendete diese mit persönlicher Wettkampfbestleistung von 410,5 Ringen. Ein tolles Ergebnis für Michelle und es bedeutete Platz 11 in dieser Runde bei den Qualifizierung zur Jugendolympiade. Bei der Luftgewehr WM Qualifikation beendete Hannah ihren Wettkampf mit 413,2 Ringen. Damit war der Tag schon beendet. Am Donnerstagmorgen erfolgte dann das 2. Luftgewehr Programm. So gut es am Vortag bei Michelle lief, so schwer tat sie sich am Donnerstag. Sie fand einfach keinen Rhythmus, das Gewehr wurde einfach nicht ruhig und das Abziehen war kaum möglich. Am Ende waren es 402,5 Ringe und die Enttäuschung bei Michelle war riesengroß und so floss die eine oder andere Träne. Hier lässt sich aber ansetzen, auch oder vor allem mit mentalem Training. Hier liegt dann auch ein Schwerpunkt von Michelle in nächster Zeit. Aber auch Hannah tat sich schwer. Sie erreichte 412,3 Ringe. Zusammen mit dem Ergebnis von der ISCH Hannover (414,2 Ringe) ergab das ein Gesamtergebnis von 1239,7 Ringen. Das war Platz 5 im Gesamtklassement und damit war Hannah für das Finale in der Disziplin Luftgewehr qualifiziert. Angesetzt war das Finale für Donnerstagnachmittag. Alois Straßer und Michelle Hauck mussten sich leider auf den Nachhauseweg machen. Ab diesem Zeitpunkt waren Rüdiger Wirtz und Hannah Steffen alleine. Man musste nach dem Finale mindestens auf Platz 3 im Gesamtklassement sein um sich für die WM Luftgewehr zu qualifizieren. Hannahs Abstand zu Platz 3 betrug aber schon vor dem Finale 4,1 Ringe. Das bedeutete selbst bei einem Sieg im Finale mit dem Luftgewehr hätten Hannah 0,1 Ringe zu Platz 3 gefehlt. Aber wer Hannah kennt, weiß, das spielt keine Rolle für sie. Wenn Finale, dann will Hannah dieses auch gewinnen. So galt es für Hannah sich noch einmal zu konzentrieren. In Absprache mit Rüdiger einigte man sich darauf volle Konzentration auf die Technik und einmal absetzen im Finale ist möglich. So schoss sich Hannah von Schuss zu Schuss nach vorne und am Ende belegte sie einen hervorragenden 2. Platz im Finale was ihr zusätzlich drei Ringe einbrachten. Das bedeutete im Gesamtklassement 1242,7 Ringe und Platz 4. Der Abstand zu Platz 3 betrug 1,1 Ringe. Bedenkt man nun die 8er im Wettkampf dann kann man sich vorstellen, wie knapp es am Ende war. Man war dennoch auf keinen Fall enttäuscht und sah nun voller Zuversicht auf die beginnenden Wettkämpfe am Freitag mit dem KK. Hier galt es das gute 1. Wettkampfprogramm von der ISCH bei KK 3×20 mit 577 Ringen zu festigen um sich die Chance auf die WM & EM zu wahren. Man muss wissen, dass der KK-Stand in Suhl äußerst windanfällig ist. Hier sind Geduld und eine gute Windbeobachtung gefragt. Am Freitag mussten die Juniorinnen nicht ganz so früh ran, was aber dafür sprach, dass man eher mit Wind rechnen musste. So war es dann auch. Pünktlich zum Start war der Wind da. Hannah schoss besonnen und startete mit 2x 95 Ringen beim kniend schießen. Beim Liegend achtete sie sehr auf den Wind und war mit 195 Ringen sehr zufrieden. Dann ging es zum stehend schießen, Hannahs Spezialität. Sie startete mit sehr guten 97 Ringen und Rüdiger war sich eigentlich sicher dass es mindestens ein Ergebnis von 575, eher sogar ein Ergebnis wie auf der ISCH geben wird. Dann aber kamen die Schüsse fünf und sechs in der 2. Stehendserie, die jeweils in der 7 links landeten. Schon nach der ersten 7 blickte Hannah ungläubig zu ihrem Gewehrtrainer Rüdiger und nach der zweiten 7 erst recht. Die Schüsse wurden sauber abgegeben und es war wirklich nicht ersichtlich, warum diese soweit vom Zentrum landeten. Es zeugt von der immensen Nervenstärke von Hannah das sie dennoch mit 2x 10 ausgeschossen hat. Am Ende waren es 90 Ringe in der zweiten Stehendserie, insgesamt also 187 Ringe stehend und 572 Ringe beim Gesamtergebnis. Damit landete Hannah auf Platz 10 in dieser Runde. Platz 3 erreichte 576 Ringe. Im Gesamtklassement belegte Hannah trotz der beiden 7 immer noch Platz 4 mit einem Ring Rückstand auf Platz 3. Hier sieht man wie eng das Feld zusammenlag. Als Resultat aus den beiden 7packte Rüdiger einige Munitionsdosen aus, schaute sich die Munition näher an und sortierte einige Patronen aus, deren Geschosse leicht unförmig waren. Ab diesem Zeitpunkt fielen dann keine unerklärlichen Schüsse mehr. Natürlich war Hannah nach diesem Wettkampf frustriert und auch emotional leicht angeschlagen. So einigte man sich darauf sofort ins Hotel zu fahren, zu Abend zu essen und dann auch sofort die Nachtruhe einzuleiten. Am nächsten Morgen mussten die Juniorinnen als erste ihren 2. Wettkampf in Suhl schießen. Gut ausgeschlafen ging es am Samstagmorgen zum Frühstück. Es wurde nochmals kurz die Taktik besprochen und man ging zuversichtlich in den letzten Wettkampf. Irgendwie spürte man die Anspannung bei allen Juniorinnen. Im letzten Wettkampf fielen dann auch keine Superergebnisse mehr. In der Spitze wurde 576 und am Ende 555 Ringe geschossen. Hannah landete mit 570 Ringen im unteren Mittelfeld. Vor allem in der 1. Wettkampfserie kniend (92 Ringe) tat sich Hannah äußerst schwer fand dann aber in ihren Rhythmus und beendete ihre 2. Serie kniend mit 97 Ringen. Liegend waren es dann 2x 97 Ringe und stehend dann wie am Vortag 187 Ringe. Das ergab ein Gesamtergebnis von 570 Ringe. Im Gesamtklassement reichte das für Platz 5 mit 1719 Ringen. Der Abstand zu Platz 3 und damit für die Qualifikation zur WM & EM betrug einen Ring. Platz 1 und 2 waren mit 1730 bzw. 1728 Ringen schon zu weit weg. So war die Zielsetzung für das Finale klar definiert – zu versuchen mindestens Platz 3 zu erreichen und damit zusätzlich zwei weitere Ringe zu bekommen. Das würde dann 1721 Ringe bedeuten. Zusätzlich musste man hoffen, dass die eine oder andere Qualifikantin die im Gesamtklassement vor Hannah lag, sich vorzeitig aus dem Finale verabschiedet. Mit diesen Überlegungen ging es dann ins Finale KK 3×20. Ein Finale, das an Dramatik kaum zu überbieten war und das am Ende überaus erfolgreich für Hannah verlief. Nach dem kniend schießen war man auf Platz 2. Nach kurzem Umbau ging es mit liegend weiter. Hier leistete sich Hannah einige 8er und als das liegend beendet war fand sich Hannah auf dem letzten Platz wieder. Das bedeutete man war fünf Plätze vom besprochenen Mindestziel entfernt. Ein Fehler, wer Hannah zu diesem Zeitpunkt schon abgeschrieben hatte. Das stehend schießen begann und von Schuss zu Schuss arbeitete sich Hannah nach vorne stets auf den letzten Platz liegend. Die letzten Schüsse stehend waren jeweils eine 10,4 und damit erreichte Hannah das vorgegebene Ziel Platz 3 im Finale. Das bedeutete zusätzlich zwei Ringe und damit ein Gesamtergebnis von 1721 Ringe und Platz 3 im Gesamtklassement. Damit war Hannah in der Disziplin KK 3×20 hochverdient sowohl für die Weltmeisterschaft in Suhl als auch für Europameisterschaft in Baku Aserbaidschan qualifiziert. Es sei noch erwähnt, dass am Sonntagmorgen der Wettkampf KK liegend durchgeführt wurde. Hier ‚verwehte‘ es einige Favoriten. Hannah erzielte 608,0 Ringe und für das Gesamtklassement bedeutete das Platz 7. Die Teilnahme an der Welt- und Europameisterschaft ist ein Riesenerfolg und Belohnung für Hannah aber auch den Pfälzischen Sportschützenbund und seine Trainer. Der Verband und alle seine Mitglieder wünschen Hannah ‚Gut Schuss‘ und viel Erfolg.

gez. R. Wirtz

Bildquellen

  • k-DSC_0001: Rüdiger Wirtz
  • k-DSC_0023: Rüdiger Wirtz
  • k-DSC_0025: Rüdiger Wirtz
  • k-DSC_0056: Rüdiger Wirtz
  • k-DSC_0061: Rüdiger Wirtz
  • k-DSC_0072: Rüdiger Wirtz
  • k-DSC_1063: Rüdiger Wirtz